Projekt “10 Biotope – Leveste blüht auf”



Das Konzept von PD Dr. Hans-Christoph Vahle

Das 10-Biotope-Konzept soll dazu beitragen, die biologische Vielfalt und damit den Blütenreichtum in unseren Kulturlandschaften effektiv zu steigern. Ausgangspunkt ist die potenzielle Vielfalt an anthropogenen Biotopen und Pflanzengesellschaften eines jeden beliebigen Raumes, also das, was dort durch unterschiedliche menschliche Tätigkeiten prinzipiell möglich ist. Bekanntlich ist ja die Biodiversität in einer naturnahen Kulturlandschaft weitaus größer als in der entsprechenden Naturlandschaft (bes. Wald), es kommt dabei jedoch auf die Nutzungsart dieser Kulturlandschaft an.

Innerhalb der Kulturlandschaft sind es dann wiederum bestimmte Biotope und Pflanzengesellschaften, die besonders arten- und blütenreich und reich an selten gewordenen Arten sind, zu nennen wäre in erster Linie artenreiches Grünland. Aber auch andere Biotope tragen massiv zur Steigerung der Biodiversität einer Kulturlandschaft bei, wie Säume und Kleingewässer.

Doch nur im absoluten Idealfall sind alle diese Pflanzengesellschaften tatsächlich vorhanden, heute mit Sicherheit nirgendwo mehr. Und doch wäre der Fokus auf diese Pflanzengesellschaften und damit auch auf die Lebensräume von Tieren unumgänglich notwendig, wenn die Vielfalt einer Region effektiv und nachhaltig gesteigert werden soll.

Das 10-Biotope-Konzept soll diesen Gedanken aufgreifen, die wichtigsten Biotope und Pflanzengesellschaften benennen und Wege aufzeigen, wie damit praktisch und produktiv – bis hinein in die soziale Verankerung – umgegangen werden kann. Für die leichte Verständlichkeit und praktische Handhabbarkeit ist es wichtig, dass man eine Übersicht über die Hauptkategorien hat, die leicht einprägsam sind. Es sollten also nicht zu viele Kategorien sein – zu wenige geht selbstverständlich auch nicht, da es sich ja um VIELfalt handelt – und auch die Anzahl selbst sollte eine besondere Zahl sein. So ergibt es sich sehr schön, wenn man den Fokus auf die wichtigsten Biotope und Pflanzengesellschaften richtet, dass man tatsächlich 10 dieser Biotope findet. Eine gute Zahl zum Merken!

Diese 10 Biotope sind so allgemein gefasst, dass sie überregional, praktisch bundesweit, verwendet werden können; für jeden Naturraum gibt es dann eine regionaltypische Spezifizierung bzw. Abwandlung. So kann für jeden beliebigen Ort der potenzielle botanische Inhalt eines jeden Biotoptyps ermittelt werden. Daraufhin können die Biotope „eingerichtet“ werden, wozu immer auch eine Einsaat der typischen Pflanzen gehört, da diese oft nicht mehr in der näheren Umgebung vorkommen und einwandern könnten. Dies kann durch Regio-Saatgut geschehen oder – besser noch – durch Saatgutübertragung (bzw. Sedimentübertragung bei Gewässern und Zwergbinsenfluren) aus der jeweiligen Region.

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31.05.2019

Am 31. Mai legten wir an der Gehrdener Straße in Leveste mit vielen ehrenamtlichen Helfern aus dem Dorf das erste Biotop an. Die Schallschutzwand wurde mit insgesamt 350 Wildstauden sowie 20 Rosen bepflanzt und mit zwei heimischen Saatgutmischungen eingesät, von der eine speziell für Wildbienen konzipiert wurde. Es war eine klasse Aktion! Durch die tatkräftige Unterstützung waren die Pflanzen innerhalb kurzer Zeit im Boden.

Dank einer Sachspende der REWE Georg Szedlak oHG konnten wir ab 16.00 Uhr Bratwürste und Getränke an die fleißigen ehrenamtlichen Helfer ausgeben. Unser herzliches Dankeschön an REWE Gehrden!

Jetzt arbeiten wir daran, dass Sie in Kürze sich auf unserer Homepage über die 10 Biotope allgemein und die Standorte in Leveste informieren können.

Update 05.08.2019

Trotz der heißen Tage blüht es an der ein oder anderen Stelle ganz wunderbar. Vor allem deshalb, weil viele Levester die kleinen Pflänzchen gegossen und so bisher über den Sommer gerettet haben. Ein herzliches Dankeschön an alle für ihren Einsatz.