Wanderung rund um den Gehrdener Berg – 22.07.2020

Auszug aus Calenberger Zeitung vom 24.07.2020

Verein Freiraum wandert zu historischen Stätten

Bei der Tour um den Gehrdener Berg lernen selbst Alteingessesene noch Neues über die Region

Von Janna Silinger

Gehrden. Als die Corona-Krise angefangen hat, musste auch der Verein Freiraum zu-nächst alle Veranstaltungen absagen. Das sei für viele Menschen schlimm gewesen, zumal gerade die Seniorenprojekte häufig wichtige Anknüpfpunkte seien und sich das soziale Umfeld um die Aktivitäten dort aufbaue, berichtet Angela Hirschhausen, Vorsitzende des Vereins. Froh waren deshalb alle Teilnehmer, als der Verein am Mittwoch sein Programm mit einer Wanderung um den Gerdener Berg wieder aufgenommen hat.

Die Zeit des Shutdowns habe die Vorsitzende zuvor jedoch auch genutzt und erfolgreich nach finanzieller Unterstützung gesucht. Mit dem Projekt Senioren ohne Grenzen habe der Verein sich beim Integrationsfonds der Region Hannover beworben – und wurde als förderungswürdig eingestuft. Ziel des Projektes sei es, unterschiedliche Aktivitäten auszuarbeiten und diese neugierigen und abenteuerlustige Menschen mit und ohne Migrationshintergrund anzubieten. Das habe überzeugt.

Umgebung neu kennenlernen

Bestandteil des Projektes Senioren ohne Grenzen ist auch die Wanderung um den Gehrdener Berg. Unterstützung hat Hirschhausen für diese neue Aktivität beim Heimatbund gefunden. „Wolfgang Liese hat sich freundlicherweise bereit erklärt, ehrenamtlich eine Gruppe bei der Wanderung zu begleiten“, berichtet die Freiraum-Vorsitzende.

„Ich habe mich dabei als Physiker auf der einen Seite mit der Natur befasst“, berichtet Liese. Angefangen beim Urknall bis heute sei er beispielsweise der Frage nachgegangen, wie die Landschaft um den Gehrdener Berg entstanden ist. Auf der anderen Seite habe er die „von Menschen gemachten“ Entwicklungen ins Auge gefasst.
Da das Interesse an der Wanderung jedoch unerwartet groß war, musste spontan noch Heinrich Möller, Landwirt, Naturschutzbeauftragter für Gehrden und Vorsitzender des Heimatvereins Lemmie, als weiterer Führer einspringen. „Zum Glück hat er sich direkt bereit erklärt, die zweite Gruppe zu übernehmen“, sagt Liese.

„Man weiß kaum etwas“

Zehn Stationen umfasste die Tour. Angefangen beim Freiraum an der Dammstraße – ein-mal um den Berg, zur Parkanlage, der Mühle und der Mergelkuhle, die den Wanderern besonders gut gefallen hat. „Und wir enden im Wohnzimmer Gehrdens, also auf dem Marktplatz“, sagt Wolfgang Liese lächelnd.

Ein wirklich gelungenes Angebot, findet Hirschhausen. „Ich wohne seit 25 Jahren in Gehrden. Man spaziert hier so lang, aber weiß eigentlich kaum etwas über die Gegend“, erzählt sie begeistert über ihr neu gewonnenes Wissen. Mit dieser Meinung ist sie nicht al-lein „Das war total informativ, dabei wohnen wir schon ewig in der Umgebung“, resümieren zwei Teilnehmerinnen aus Leveste.

Und auch für die beiden Wanderführer sei es eine Freude gewesen, ihr umfangreiches Wissen über die Gegend mit den Gruppen zu teilen. Sie könnten sich gut vorstellen, eine solche Aktion in der Zukunft zu wiederholen. Gerade derzeit sei das eine gute Alternative zu Indoor-Veranstaltungen, meint Hirschhausen.



Im Anschluss an die Wanderung gab es im Markt-Restaurant Gehrden noch die Gelegenheit, offene Fragen zu beantworten, weitere Aktionen zu planen oder einfach nur zu “klönen”.

11.08.2020